MIDI-Dateien mit dem VLC-Player wiedergeben

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    Wie kann man MIDI-Dateien mit dem VLC wiedergeben?


    Vorbemerkung: (Siehe auch hier)


    Der Zusammenhang mit VLC kam für mich zufällig, weil ich am Rechner vorhandene MIDI-Dateien wiedergeben wollte und durch die Dateiendung der VLC-Player gestartete wurde, worauf folgende Meldungen kamen:


    Quote

    MIDI-Synthese nicht eingerichtet:
    Für die MIDI-Synthese wird eine Sound-Font-Datei (.SF2) benötigt.
    Bitte Sound-Font installieren und über VLC-Einstellungen (Input / Codecs > Audiocodecs > FluidSynth) konfigurieren.


    Kein passendes Decodermodul:
    VLC unterstützt das Audio- oder Videoformat "MIDI" nicht. Leider können Sie daran nichts ändern.


    Ungeachtet der Aussage "Leider können Sie daran nichts ändern" habe ich mich über SoundFont-Dateien informiert, zwei stark unterschiedlich große davon heruntergeladen und diese in den VLC-Einstellungen verwendet. Letztlich habe ich mich für die mit dem besseren Klang entschieden, es gibt darin sogar eine Imitation der menschlichen Stimme - natürlich ohne Text.


    Über MIDI-Dateien:


    MIDI steht als Abkürzung für Musical Instrument Digital Interface und ist ein Standard für den Austausch musikalischer Steuerinformationen zwischen elektronischen Instrumenten und auch ein Aufnahmeformat. MIDI-Dateien unterscheiden sich grundlegend von normalen Audio-Dateien wie MP3, WAV oder WMA. Sie sind keine Audio-Dateien, sondern enthalten nur eine Beschreibung, wie Musik zu erzeugen ist, aber keine Musik selbst. Eine MIDI-Datei ist eine - wie in einer Partitur angeordnete - Zusammenstellung aller Stimmen einer Komposition in mehreren logischen Ton-Spuren. Zur Wiedergabe einer MIDI-Datei braucht man einen Hardware- oder Softwaresynthesizer.



    Zu den SountFont-Dateien:


    Der VLC-Player lässt sich als Softwaresynthesizer verwenden, benötigt aber zur Wiedergabe eine SoundFont-Datei.


    SoundFont-Dateien sind in gewissem Sinne mit Schrift-Font-Dateien vergleichbar und bestimmen, wie die MIDI-Daten zu interpretieren sind. Wer mehr darüber erfahren will, kann sich im Internet zum Beispiel bei Wikipedia oder bei MuseScore informieren.


    Bevor man den VLC für die Wiedergabe von MIDI-Dateien einsetzen kann, muss man sich also eine SoundFont-Datei beschaffen. Man findet davon im Internet eine große Auswahl. Ich habe bei bei MuseScore das SoundFont-Datei-Paket

    und ein weiteres Paket heruntergeladen, mich letztlich aber wegen der Qualität für die Datei FluidR3 GM2-2.SF2 entschieden. Nach dem Entpacken mit 7-Zip erhält man einen Ordner fluid-soundfont u. a. mit der SoundFont-Datei FluidR3 GM2-2.SF2.


    Die SoundFont-Datei (ggf. auch mehrere zur Auswahl) muss sich in einem Ordner befinden, auf den der VLC zugreifen kann. Das kann der entpackte Ordner fluid-soundfont oder jeder andere Ordner sein. Ich habe bei mir (unter Windows XP) im Programmverzeichnis den Unterordner "C:\Programme\VideoLAN\VLC\fluid-soundfont" angelegt. In neueren Windows-Versionen ist das so nicht ohne weiteres möglich.



    Vorbereitung des VLC:


    Wenn man eine SoundFont-Datei hat, muss man dem VLC nur mitteilen, wo er diese finden kann. Das geschieht über Einstellungen - Alle - Input/Codecs - Audiocodecs - FluidSynth - SoundFont.



    Verwendung der MIDI-Dateien:


    Nach Eintragung der zu verwendenden SoundFont-Datei können MIDI-Dateien mit dem VLC wie andere Audio-Dateien auch wiedergegeben werden. Wegen der völlig anderen Struktur von MIDI-Dateien kennt der VLC die Länge des abzuspielenden Stückes nicht und kann bei der Wiedergabe den Fortschritt nicht anzeigen.


    Um die MIDI-Aufnahmen für MP3-Player abspielbar zu machen, kann man sie mit dem VLC-Payer in MP3 konvertieren, wobei sich die Datei auf etwa das 80 bis 100-fache vergrößert. Das zeigt die Stärke von MIDI, wo im Prinzip nur Instrumente benannt und ihre Notenfolgen codiert werden. Der Klang wird erst durch die verwendete Soundfont-Datei "beschrieben" und im Synthesizer erzeugt - in diesem Fall also mit dem VLC-Player. Aber es bleiben immer synthetische Instrumente und sind nie Aufnahmen eines realen Klangs.