Konvertieren von TS-Dateien

  • Hallo, liebes Forum!


    Gerade habe ich mich hier im Forum registriert und schon eine Frage:


    Ich habe einen Satelliten-Receiver der Marke Kathrein UFS 922. Dieser kann Programme aufnehmen und auf Festplatte speichern. Die Dateien sind im TS-Dateiformat, wie dies offenbar heute bei modernen Receiver üblich ist.


    Mit dem VLC-Player Version 2.0.3 unter Debian Linux 7.0 Wheezy kann ich diese Dateien auch ohne Probleme abspielen. Jedoch möchte ich für meinen DVD-Player von Panasonic (DVD-Player S53) entsprechende DVDs brennen. Dieser kann jedoch keine TS-Dateien abspielen. Wohl aber MPEG-Dateien einschließlich MPEG4; aber auch viele andere Formate.


    Wie kann ich die TS-Datei des Receivers so konvertieren, dass ich die dann vorhandenen Dateien auf eine DVD brennen und auf dem DVD-Player abspielen kann. Über "Datei-Konvertieren/Speichern" habe ich schon einige Versuche unternommen. Das Ergebnis war aber unbefriedigend.


    Vielen Dank und beste Grüße


    arti265

  • Über "Datei-Konvertieren/Speichern" habe ich schon einige Versuche unternommen. Das Ergebnis war aber unbefriedigend.


    Hallo arti65,


    was hast Du denn versucht? Der Weg über Konvertieren/Speichern... ist grundsätzlich richtig. Um Dir eine Rat geben zu können, muss man ziemlich genau wissen, was Du bis jetzt gemacht hast, "einige Versuche" ist da zu wenig.


    MfG, kodela

  • Hallo kodela,


    ich bin folgendermaßen vorgegangen:


    1.) Menü Medien Konvertieren/Speichern
    2.) Hinzufügen
    3.) Datei auswählen und auf Open
    4.) Datei markiert und somit mit blauem Hintergrund hinterlegt
    5.) Konvertieren/Speichern
    6.) Zieldatei festlegen eventuell über "Durchsuchen"
    7.) Profil festlegen; hier Video-H.264 + MP3(MP4)
    8.) Start


    Es erscheint der schwarze Hintergrund mit diesem Leitkegel, darunter ein blauer Fortschrittbalken, der sich von links nach rechts langsam bewegt. Links vom Balken steht 00.00 und rechts genauso 00.00. Ein Hochzählen von 00.00 passiert nicht. (Ganz anders wenn ich FLV-Dateien in MPEG3 oder MPEG4 Dateien umwandel. Links vom Fortschrittsbalken steht dann der höhere Wert oder Endwert, rechts wird von 00.00 aufwärts gezählt z. B. bis 04.32 und mit dem Wert links vom Fortschrittsbalken übereinstimmt).


    Beim Konvertieren von TS-Dateien in MPEG bleiben die Werte aber links und rechts des Fortschrittsbalkens wie bereits gesagt auf 00.00 stehen, obwohl der Fortschrittbalken von links nach rechts voranschreitet.


    Das Ergebnis ist eine Datei mit Namen, den man zuvor unter 6.) als Zieldatei vergeben hat. Die im Dateimanager (ich verwende unter Linux und der graf. Benutzeroberfläche KDE Dolphin bzw. Konqueror) als Symbol ein rot gefülltes Weinglas anzeigt. Normalerweise werden Filmdateien mit einer Regieklappe als Symbol angezeigt.
    Unter Eigenschaften, also wenn man auf dem Symbol die rechte Maustaste drückt, wird als Dateityp auch tatsächlich MPEG-Datei angezeigt. Die Datei lässt sich aber nur mit dem VLC-Player starten, nicht mit einem anderen Videoplayer wie Totem oder Kaffeine.


    Hinzu kommt, dass eine weitere, im Ordner vorhandene TS-Datei teilweise mit konvertiert wurde, obwohl ich diese nicht unter 2.) hinzugefügt hatte, was ich ebenfalls nicht verstehe.


    Auch frage ich mich, ob unter 7.) vielleicht ein anderes Profil geeigneter wäre wie z. B. "Video-H.264-MP3(TS)" oder "Video-Dirac+MP3(TS)" oder "Video-MPEG2+MPGA(TS). Und was bedeutet Deinterlace und Raw-Input speichern. Muss ich hier eventuell was anklicken?


    Grüße


    arti256

  • Hallo arti256,


    super, Deine Beschreibung. Gleich vorweg, was Linux betrifft, bin ich völlig inkompetent. Das dürfte aber für die Bewertung Deines Problems nicht von ausschlaggebender Bedeutung sein.


    Dein Vorgehen ist absolut richtig. Du solltest allerdings das Profil nicht nur einstellen, sondern auch überprüfen, ob es Deinen Vorstellungen entspricht. Unter Windows geht dies über einen Klick auf das Icon mit dem gekreuzten Werkzeug rechts von der Pulldown-Liste für das Profil. Es öffnet sich das Einstellungsdialogfenster mit vier Unterregistern. Je nach verwendeter VLC-Version unterscheiden sich hier die Vorgabewerte. Bei einigen Versionen ist zum Beispiel bei dem von Dir verwendeten Profil für die Audio-Abtastrate der Defaultwert 8000 Hz, ein ziemlich unrealistischer Wert, den man wohl in den meisten Fällen hoch setzen muss. Hinzu kommt, dass die Einträge im Profil bei einem Versionswechsel "durcheinander gewirbelt" sein können, wenn man die Einstellungen und den Cache der Vorgängerversion übernommen hat. Also hier immer überprüfen, ab das Profil so ist, wie es zu sein scheint.


    Was die Fortschrittsanzeige anbelangt, solltest Du Dir nicht groß Gedanken machen. Ihr Verhalten hängt nach meinen Feststellungen oft von der Quelle ab, vor allem ob diese einen Timecode enthält oder nicht. Sie scheint unter Linux auch anders realisiert zu sein, als unter Windows. Bei mir unter Windows ist rechts (soweit für den VLC feststellbar) die Anzeige der zeitlichen Länge des in Bearbeitung (Widergabe/Streaming/Konvertierung) befindlichen Objektes und links wird die aktuelle Position angezeigt. Auf jeden Fall siehst Du ja an der Fortschrittsanzeige, dass etwas geschieht.


    Die Datei wird bei Dir ja offensichtlich auch konvertiert und kann zumindest vom VLC wiedergegeben werden. Warum andere Player die Datei nicht wiedergeben können, kann ich nicht beurteilen. Man müsste mehr über eine solche Datei wissen. Der VLC gibt schon einige Informationen dazu aus. Am leichtesten bekommt man diese während der Wiedergabe über Strg+J. Ausführlichere Informationen liefert das freie Tool MediaInfo, das es auch für Linux gibt. Ein Versuch, ändere doch einmal die Namenserweiterung MP4 nach MOV um.


    Dass der VLC ohne expliziten Auftrag eine weitere Datei (teilweise) konvertiert, halte ich für ausgeschlossen. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, wie das bei Dir passiert ist, aber einfach so, nein, das kann ich nicht glauben.


    Zu Deinen Fragen nach einem anderen Profil, eventuell "Video-H.264-MP3(TS)" oder "Video-Dirac+MP3(TS)" oder "Video-MPEG2+MPGA(TS)", kann ich nur sagen, dass gerade diese Profile nicht geeignet sind, denn Du willst ja weg vom TS-Format. Andere Profile kann man ausprobieren, man kann sich aber auch selbst ein Profil erstellen. Allerdings müssten heute eigentlich alle Player in H-264 codierte Videos wiedergeben können. Man kann es allerdings für das Containerformat zum Beispiel auch mit MKV, FLV oder AVI probieren.


    Mit der Option "Deinterlace" sagt man dem VLC nur, dass beim Konvertieren der Deinterlace-Filter verwendet werden soll, um Zeilenflimmern zu verhindern. Und die Option "Raw-Input speichern" kannst Du ganz vergessen. Damit wird der VLC einen Stream am Eingang unverändert (roh) speichern.


    MfG, kodela

  • Hallo kodela,


    vielen Dank für Deine Hilfe. Mit Deiner Unterstützung habe ich es geschafft, eine MOV-Datei aus einer TS-Datei zu konvertieren. Die Datei entsprach exakt der ursprünglichen TS-Datei. Bild und Ton sind deutlich zu hören und syncron. Soweit alles perfekt. Auch das Abspielen mit anderen Videoplayern. Ob sich die Datei jedoch auf dem Panasonic DVD-Player abspielen lässt muss ich noch ausprobieren.


    Dennoch habe ich noch eine Frage:


    Ich habe das Menü


    -Medien
    -Konvertieren/Speichern
    -Konvertieren/Speichern
    -Profil
    -Ausgewähltes Profil bearbeiten (das Icon mit dem gekreuzten Werkzeug, das Du oben in Deiner Antwort erwähnt hast).


    Unten steht dann "Auflösung", daneben "Skalieren" und darunter jeweils "Breite" und "Höhe".


    Was muss ich denn hier für einen Wert eingeben. Vor allem bei "Skalieren". Hier habe ich derzeitig einen Wert von -1- eingegeben.


    Grüße


    arti265

  • Hallo arti 265,


    Du frägst, welchen Wert Du in den Profileinstellungen für die Auflösung eintragen solltest.


    Nun, das hängt davon ab, welche Auflösung Du willst. Mit der Auflösung ist die Größe eines Videos gemeint. Wenn Du hierfür den Werte "1" einträgst oder die Defaulteinstellung bei "Automatisch" belässt, wird das konvertierte Video die selbe Größe wie das Quellvideo haben.


    Lasse Dich nicht von dem Hinweis irritieren, "Sie müssen nur einen der folgenden Parameter ausfüllen, ...". Damit ist nicht gemeint, dass Du in jedem Fall einen Wert eintragen muss. Dies wäre nur dann erforderlich, wenn die Größe des konvertierten Videos von der des Quellvideos abweichen sollte.


    In einem solchen Fall genügt die Eingabe eines Wertes. Angenommen das Quellvideo hat eine Auflösung von 1920 x 1080 und das Zielviedeo soll eine Auflösung von 1280 x 720 bekommen, dann kann man dies durch eine der folgenden Eingaben erreichen:


    Skalieren: 1,5 (1920 / 1,5 = 1280) oder Breite: 1280 oder Höhe: 720


    MfG, kodela

  • Hallo kodela,


    vielen Dank für Deine sehr ausführliche Antwort. Du hast mir sehr geholfen. Nun funktioniert alles prima. Hoffentlich können aber auch andere Forenteilnehmer mit dem Thema was anfangen.


    Nochmals vielen Dank und Grüße


    arti265