Stream zeitlich programmiert aufzeichnen

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    Wie kann man


    einen Stream zeitlich programmiert aufzeichnen?


    Teil 1


    Vorüberlegungung


    Dieses Thema erklärt die programmierte Aufzeichnung eines Streams am Beispiel einer DVB-T-Sendung.


    Bei sinngemäßer Anwendung ist das hier beschriebene Vorgehen jedoch auch für alle anderen programmierten Aufzeichnungen eines Streams, zum Beispiel für Satelliten- oder Kabel-TV, für Internet-Radio oder einer Webcam, als Anleitung geeignet.


    Der aufgezeichnete Stream soll in seiner Kodierung nicht verändert werden. Für die Verkapselung soll ein MPEG-2 Transportstream verwendet werden, ein für fehleranfällige Übertragungswege optimiertes Containerformat.


    Mit dem Video LAN Manager (VLM) bietet der VLC selbst die Möglichkeit, bestimmte Aufgaben nach Zeitplan auszuführen. Über die Menüoption Extras - VLM-Konfiguration können die entsprechenden Einstellungen vorgenommen werden.


    Da es mir jedoch nicht gelungen ist, mit dem VLM zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen, habe ich mich nach einer anderen Lösung umgesehen und mit der Verwendung des Taskplaners aborange Scheduler auch gefunden.


    Der "aborange Scheduler" ist Freeware, sehr einfach zu bedienen und hat eine deutsche Benutzeroberfläche.




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    Wie kann man


    einen Stream zeitlich programmiert aufzeichnen?


    Teil 2


    Vorbereitungen mit dem VLC


    Selbstverständlich muss der aborange Scheduler installiert und die Senderdaten bekannt sein.


    Da wir vermutlich nicht nur eine einzige Sendung aufzeichnen wollen, sollten wir im aborange Scheduler alle unsere Sender und die dazugehörigen Daten in die Aufgabenliste eintragen. Dann brauchen wir später nur

    • den gewünschten Sender in der Liste auswählen,
    • Datum und Uhrzeit der Aufnahme festlegen und
    • Datum und Uhrzeit für das Ende der Aufzeichnung festlegen.

    Der aborange Scheduler übernimmt für uns die Aufgabe, zu einer festgelegten Zeit den VLC zu starten und diesem dabei mitzuteilen, was er zu tun hat, nämlich einen bestimmten TV-Sender zu empfangen und die empfangenen audiovisuellen Daten als Videodatei zu speichern.


    Was der aborange Scheduler dem VLC mitzuteilen hat, geschieht durch die Übergabe sogenannter Aufrufparameter. In unserem Fall sind dies die folgenden zwei Parametergruppen mit Informationen darüber:

    • welches Objekt zu öffnen ist und
    • was mit diesem Objekt geschehen soll.

    Jede dieser beiden Gruppen enthält weitere Detailinformationen. Zusammen bilden sie einen einzeiligen String, der nach einer bestimmten Regel gebildet werden muss.


    Wie ein solcher Parameterstring für den Empfang des Ersten Programmes aussehen kann, soll hier gezeigt werden:


    Code
    1. dvb-t://frequency=666000000:bandwidth=0 :dvb-adapter=0 :live-caching=1000 :program=32 --sout file/ts:K:\\VLC\\Aufnahmen\\Aufnahme_Das_Erste.ts


    Da diese Zeile relativ lang ist, kann man sie leider ohne Scrollen nicht komplett sehen. Deshalb zeige ich sie hier noch einmal, allerdings mit Zeilenumbrüchen, die es im Parameterstring allerdings nicht geben darf und auch genau so, wie sie entstanden ist:


    Code
    1. dvb-t://frequency=666000000:bandwidth=0_
    2. :dvb-adapter=0 :live-caching=1000 :program=32_
    3. --sout file/ts:D:\\VLC\\Aufnahmen\\Aufnahme_Das_Erste.ts


    In den ersten beiden Zeilen steht am Zeilenende jeweils ein Unterstrich. Diese stehen für ein Leerzeichen, das man wegen der dort befindlichen Zeilenumbrüche nicht sehen kann.


    Der Inhalt der ersten beiden Zeilen sagt dem VLC, welches Objekt er zu öffnen hat, nämlich einen DVB.T-Stream mit der Frequenz von 666000 Kilo-Herz und der gegebenen Bandbreite (also keine Änderung der Bandbreite) vom DVB-Adapter 0.


    Dabei soll ein Lesepuffer für eine Sekunde verwendet und aus diesem Stream nur die Daten für den Sender mit der Service-ID 32 berücksichtigt werden.


    Der Inhalt der dritten Zeile sagt dem VLC, was er mit diesem Objekt tun soll. Er soll es wieder ausgeben und zwar als TS-Container-Datei, im Ordner mit dem Pfad "K:\VLC\Aufnahmen\" in die Datei "Aufnahme.ts".


    Mancher wird sich jetzt fragen, woher er wissen soll, wie dieser Parameterstring zu bilden ist. Genau das soll hier deshalb einmal Schritt für Schritt beschrieben werden. Wer sich dafür nicht interessiert, braucht hier nicht weiter zu lesen. Er (oder sie) kopiert einfach obigen Parameterstring und passt ihn für jeden empfangbaren Sender an.


    Wir führen einfach einmal das aus, was wir machen müssen, um mit dem VLC die aktuell laufende Sendung des ersten Programmes aufzunehmen und zwar nicht über den roten Aufnahmeknopf der erweiterten Steuerung:

    • Nach dem Öffnen des VLC gehen wir über die Menüoption Medien - Stream... zum Dialog Medien öffnen, Dort selektieren wir die Registerkarte Aufnahmegerät öffnen.
    • Ganz oben im Abschnitt Aufnahmemodus öffnen wir durch einen Klick auf das kleine schwarze Dreieck mit der Spitze nach unten die Auswahlliste und selektieren hier die Option TV (Digital).
    • Wenn wir nur eine Tunerkarte haben, brauchen wir im Abschnitt Geräteauswahl nur die Option DVB-T zu selektieren.
    • Als nächstes tragen wir im Abschnitt Optionen die Transponder-Frequenz in kHz ein, In unserem Beispiel ist das für Das Erste die Frequendz 666000000, also 666000 kHz.
    • Nun selektieren wir die Option Mehr Optionen anzeigen. Die Anzeige für das Aufnahmegerät wird vergrößert und wir sehen weitere Einstellmöglichkeiten.
    • Als erstes erhöhen wir hier den Wert für Caching von 300 auf 1000 ms.
    • Danach fügen wir im letzten Eingabefeld für Optionen bearbeiten folgenden Text ein: " :program=32". Damit legen wir fest, dass aus dem Stream mit der Frequenz 666000 kHz nur die Teilstreams, welche zum Sender mit der Service-ID 32 gehören, berücksichtigt werden sollen. Bitte auf die Leerstelle vor dem Doppelpunkt achten!

    Hier ein Bild zum aktuellen Stand unserer Eingabe:


    401-Parameter-03-png


    Wenn wir jetzt die Einträge in der Zeile für die MRL und Optionen bearbeiten der Reihe nach kopieren und getrennt durch eine Leerstelle in eine Textdatei hintereinander einfügen, dann haben wir bereits den ersten Teil unseres Parameterstrings.


    Um auch noch den zweiten Teil zu bekommen, gehen wir wie folgt vor:

    • Über die Schaltfläche "Stream" wechselnd wir zum Dialog "Streamausgabe" und gehen über die Schaltfläche "Nächstes" gleich weiter zur Zieleinstellung.
    • Hier im Abschnitt "Ziele" muss zuerst die Art des Ziels eingestellt werden. Standardmäßig ist dafür bereits "Datei" eingestellt.
      Wir übernehmen diese Einstellung und klicken auf die Schaltfläche "Hinzufügen" und anschließend auf die Schaltfläche "Durchsuchen", über die der Dateidialog "Sichern" geöffnet wird.
      Dort navigieren wir in das gewünschte Zielverzeichnis und tragen im Eingabefeld "Dateiname" den gewünschten Dateinamen mit der Endung ".ts" ein, zum Beispiel "Aufnahme_Das_Erste.ts".
    • Im Abschnitt Profil klicken wir nun auf das rechte Icon, um ein neues Profil zu erstellen.


      388-Profil-01-png


    • Im sich öffnenden Formular-Dialog tragen wir als Profilname "TV-Aufnahme" ein.
    • Im Registerblatt Verkapselung selektieren wir die Option MPEG-TS.
    • Danach wechseln wir zum Registerblatt Videocodec und selektieren die beiden Optionen Video und Originalvideospur beibehalten.
    • Wir wechseln zum Registerblatt Audiocodec und selektieren hier die beiden Optionen Audio und Originalaudiospur beibehalten.
    • Über die Schaltfläche "Speichern" kehren wir zum Dialog "Streamausgabe" zurück und stelle hier das neu erstellte Profil ein.

    Wir könnten jetzt über die Schaltfläche "Stream" die Aufnahme starten. Das war aber nicht unser Ziel, zumindest nicht das Hauptziel. Es ging uns um den Parameter-String. Daher klicken wir auf die Schaltfläche "Nächstes". Dazu diese Bild:


    402-Parameter-04-png


    Auf der Seite die damit angezeigt wird, sehen wir ein großes Textfeld, überschrieben mit "Generierter Stream-Ausgabe-String". Diesen Ausgabestring kopieren wir bis zur schließenden geschweiften Klammer (" :sout-keep" wird nicht benötigt).


    Die Kopie fügen wir mit eine Leerstelle Abstand dem ersten Teil unseres Parametestrings hinzu. Damit haben wir unseren Parameterstring komplett.


    Wenn wir den VLC mit diesem Parameterstring starten, wird wunschgemäß die aktuelle Sendung für "Das Erste"-Programm aufgezeichnet. Gleichzeitig würde die Sendung aber auch wiedergegeben. Das ist für eine zeitprogrammierte Aufnahme nicht erforderlich. Wir ändern deshalb den zuletzt eingefügten Teil unseres Parameterstrings
    ":sout=#file{dst=K:\\VLC\\Aufnahmen\\Aufnahme_Das_Erste.ts}" etwas um:

    • Den Doppelpunkt ersetzen wir durch zwei Bindestriche.
    • Die beiden Zeichen "=#" werden durch eine Leerstelle ersetzt.
    • Die beiden geschweiften Klammern entfernen wir.
    • Die Zeichen "dst=" ersetzen wir durch die Zeichen "/ts:"

    Damit sieht dieser Teil des Parameterstrings nun so aus:


    "--sout file/ts:K:\\VLC\\Aufnahmen\\Aufnahme_Das_Erste.ts"


    Die Pfadangabe "D:\\VLC\\Aufnahmen\\" muss selbstverständlich durch den jeweils vorgesehenen Zielort ersetzt werden. Der Dateiname kann ebenfalls den persönlichen Vorstellungen entsprechend geändert werden.


    Zum selben Ergebnis kämen wir übrigens, wenn wir im Dialog "Konvertieren" schlicht und einfach die Option "Konvertieren" deaktivieren würden. Damit brauchen wir auch keine Profileinstellungen.


    Als nächstes kopieren wir diesen Parameterstring und fügen die Kopie für jeden TV-Sender, von dem wir eventuell einmal eine programmierte Aufzeichnung machen wollen, der Reihe nach unter dem ersten Parameterstring ein.


    Nun passen wir für jede der eingefügten Kopien die Frequenz, die Service-ID und den Dateinamen für jeden der Sender an.


    Soll beim Start der Aufzeichnung das Fenster des VLC nicht geöffnet, der VLC also minimiert gestartet werden, muss dem jeweiligen Parameterstring noch folgender Parameter vorangestellt werden: "--qt-start-minimized "


    Damit sind die Vorbereitungen, die wir mit dem VLC machen müssen, abgeschlossen.




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    Teil 3


    (Vorgehen mit dem "aborange Scheduler")


    Vorbereitung


    Wenn wir den "aborange Scheduler" zum ersten Mal starten, haben wir eine leere Aufgabenliste. In ihr werden, wie es der Name schon sagt, alle Aufgaben eingetragen, die über den Scheduler erledigt werden sollen. Das sind einmal die Aufzeichnung eines bestimmten TV-Senders, dann aber auch die Beendigung einer Aufzeichnung.


    Die Aufzeichnung selbst muss einmal für jeden Sender als eigene Aufgabe hinzugefügt werden. Die hinzugefügten, also in der Liste eingetragenen Aufgaben tragen die Bezeichnung der jeweiligen Sender und können künftig für jede Aufnahme verwendet werden.


    Die Beendigung einer Aufzeichnung erfolgt über eine Beendigung des VLC. Das ist für jede Aufzeichnung die selbe Aktion. Daher muss diese Aufgabe nur einmal hinzugefügt werden.


    Nach Eintragung der bei mir empfangbaren TV- und drei Radiosendern sieht die Liste im aborange Scheduler so aus:


    579-TV-Aufnahme-1-png


    Durch einen Klick auf die Schaltfläche "Hinzufügen" öffnet sich das Dialogfenster "Geplante Aufgabe - Neue Aufgabe". Dieses Dialogfenster hat die zwei Registerzeiten "Aufgabe" und "Zeitplan". Im Augenblick interessiert uns nur die Registerseite "Aufgabe", sie standardmäßig als erste auch angezeigt wird.


    Wir tragen im Textfeld "Name" den Namen unseres ersten Senders ein. Also zum Beispiel "Das Erste". Danach muss im Textfeld "Starten" das Programm eingetragen werden, das der Scheduler starten soll. In unserem Fall ist das der VLC. Nach einem Klick auf die Schaltfläche "Durchsuchen" öffnet sich der Dateidialog "Öffnen". Hier navigieren wir zum Verzeichnis, in dem sich die "vlc.exe", die ausführbare Datei für den VLC, befindet. Wenn bei der Installation nichts geändert wurde, ist das unter Windows 7 bei einer 32-Bit-Version des VLC der Ordner "C:\Program Files (x86)\VideoLAN\VLC". Hier selektieren wir die "vlc.exe" durch einen Mausklick und verlassen den Dateidialog über die Schaltfläche "Öffnen".


    Damit sind die beiden Texteingabefelder "Starten" und "Ausführen in" ausgefüllt. Nur noch das Textfeld "Parameter" ist leer. Aus unserer Liste mit den vorbereiteten Parameterstrings kopieren wir nun den String für den Sender, den wir gerade hinzufügen mit Strg+C in die Zwischenablage und fügen ihn mit Strg+V in dieses Textfeld ein. Damit ist die Aufgabe definiert und wir beenden diesen Dialog über die Schaltfkäche "OK". Genau so, wie hier beschrieben, gehen wir nun für alle übrigen Sender vor.


    Danach müssen wir noch die Aufgabe für das Beenden des VLC hinzufügen. Im Textfeld "Name" tragen wir hierfür zum Beispiel "VLC beenden" ein. Im Textfeld "Starten" tragen wir "taskkill" und im Textfeld Parameter "/F /IM vlc.exe" ein. Damit ist auch diese Aufgabe definiert und wir beenden den Dialog über "OK". Wir haben nun alle Vorbereitungen für eine programmierte Aufzeichnung beendet.



    Aufzeichnung programmieren


    Wir öffnen den "aborange Scheduler", selektieren den Sender, von dem wir aufzeichnen wollen, klicken auf die Schaltfläche "Bearbeiten" und in dem sich öffnenden Dialogfenster auf das Register "Zeitplan".


    In dieser Registerseite befindet sich links oben unter dem Label "Ausführung" eine Schaltfläche, über die sich durch einen Mausklick eine Auswahlliste öffnet. Hier selektieren wir die Option "Einmal". Danach stellen wir die Startzeit und das Datum für die Aufnahme ein. Die beiden Optionen "Nachträglich ausführen" und Ausführung bestätigen" lassen wir unselektiert und beenden den Dialog über "OK".


    Jetzt müssen wir noch das Ende der Aufzeichnung festlegen. Dafür öffnen wir für die Aufgabe "VLC beenden" über die Schaltfläche "Bearbeiten" den zugehörigen Einstell-Dialog und legen analog zur vorstehenden Beschreibung für den Start einer Aufzeichnung hier das Ende der Aufzeichnung fest.


    Damit ist unsere Senderprogrammierung abgeschlossen. Wir können den "aborange Scheduler" schließen (müssen es aber nicht) und er wird veranlassen, dass zur vorgegebenen Zeit der VLC gestartet und ihm dabei der Parameterstring für die durchzuführenden Aufzeichnung übergeben wird. Genau so wird er auch zu der Zeit, zu der die Aufzeichnung beendet werden soll, den VLC schließen.


    Hier noch zwei Bilder zu den Einstellungen:


    577-TV-Aufnahme-2-png578-TV-Aufnahme-3-png


    Der im linken Bild nur teilweise sichtbare Parameterstring sieht übrigens so aus:


    --qt-start-minimized --run-time=10 --sout-file-format dvb-t://frequency=666000000 :program=32 --sout file/ts:D:\\VLC\\Aufnahmen\\Aufnahme_Das_Erste_%Y%m%d%H%M%S.ts vlc://quit


    Es ist also die Variante, mit der man ohne explicite Aufgabe für die Beendigung der Aufzeichnung auskommt (siehe Punkt 4 unter den folgenden wichtigen Hinweisen). Dafür muss der hier eingetragene Wert von 10 Sekunden der Aufnahmezeit entsprechend angepasst werden. Dafür hat man mit diesem Parameterstring die Möglichkeit, auch sich überschneidende Aufnahmen zu programmieren, überschneidende TV-Aufnahmen jedoch nur mit einem Twin-Tuner. Aber man kann zum Beispiel eine DVB-T-Aufnahme und die Aufnahme eines Radio-Streams aus dem Internet, die sich überschneiden, problemlos programmieren.


    Programmiert man die Beendigung einer Aufnahme über eine eigene Aufgabe (siehe im Bild mit der Liste die Aufgabe "98 VLC beenden"), dann muss im Einstellungsregister für die Option Starten taskkill und für Parameter /F /IM vlc.exe eingetragen werden.


    Soll außerdem das Herunterfahren des Systems programmiert werden, dann ist über eine eigene Aufgabe (siehe im Bild mit der Liste die Aufgabe "99 System herunterfahren") im Einstellungsregister für die Option Starten shutdown und für Parameter -s einzutragen.

    Wichtige Hinweise

    • Selbstverständlich muss der Computer zu der Zeit, zu der die Aufzeichnung erfolgen soll, im aktiven Zustand sein. Soll er nach der Programmierung einer Aufzeichnung herunter- und zu einem späteren Zeitpunkt wieder hochgefahren werden, muss für den "aborange Scheduler" die Option "Scheduler automatisch starten" in der untersten Zeile aktiviert werden.


    • Wenn bei der Datumsangabe Tag, Monat und Jahr nicht durch Punkte sondern durch Schrägstriche getrennt sind, müssen die hier beschriebenen Einstellungen vorgenommen werden.


    • Grundsätzlich können auch mehrere Sender gleichzeitig oder überschneidend programmiert werden. TV-Sendungen nur dann, wenn sie auf der selben Frequenz liegen. In der Praxis kann dies aber zu gegenseitigen Störungen führen, wenn die dafür erforderliche Computerleistung nicht ausreichend ist.


      Außerdem darf in solchen Fällen keinesfalls die Option Nur eine Instanz erlauben in den einfachen Interface-Einstellungen aktiviert sein.

    • Ein weiteres Problem ist die Beendigung der Aufzeichnungen, wenn mehrere Sender gleichzeitig beziehungsweise überschneidend programmiert werden sollen. In diesen Fällen kann man die Beendigung der Aufzeichnung nicht dem "aborange Scheduler" übertragen. Hier muss die Aufnahmezeit, also die Zeit vom Start der Aufnahme bis zu deren Beendigung, und die Beendigung selbst direkt in den Parameterstring aufgenommen werden.


      Dafür muss an dem Parameterstring lediglich folgende Erweiterung hinzugefügt werden:


      "_--run-time=[Zeit in Sekunden] vlc://quit"


      Der Parameter "run-time" muss nicht vor dem (Wiedergabe-)Objekt "vlc://quit" stehen. Damit könnte der komplette Parameterstring für eine Aufnahme der ARD mit der Dauer von 1 1/2 Stunden, also 5400 Sekunden, wie folgt aussehen:


      Code
      1. --qt-start-minimized --run-time=5400 dvb-t://frequency=666000000 :program=32_
      2. --sout file/ts:K:\\VLC\\Aufnahmen\\Aufnahme_Das_Erste.ts vlc://quit


      In diesem Beispielcode müsste der String natürlich als eine Zeile geschrieben werden, wobei der Unterstrich und die Zeilenschaltung am Ende der ersten Zeile durch ein Leerzeichen zu ersetzen wären.


      Nach meinen Feststellungen entspricht die tatsächliche Aufnahmezeit nicht exakt der angegebenen "run-time"-Zeit. Je nach Länge der Aufnahmezeit muss man mit einer Abweichung bis zu plus-minus vier Sekunden rechnen.


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    einen Stream zeitlich programmiert aufzeichnen?


    Teil 4


    (Eindeutige Namensvergabe)


    So, wie wir bis jetzt vorgegangen sind, erhält zwar die Aufnahme einer Sendung, zum Beispiel der ARD, eine Namen, der diese Sendung eindeutig von der Aufnahme einer Sendung des ZDF unterscheidet. Wenn jedoch bereits eine Sendung vom Sender der ARD aufgezeichnet ist, muss die Datei dieser Aufzeichnung vor einer erneuten Aufnahme einer ARD-Sendung entweder aus dem Aufnahmeverzeichnis verschoben oder umbenannt werden, wenn sie durch die neue Aufnahme nicht überschrieben werden soll.


    Wer dies nicht will, kann jeder Aufnahme auch einen absolut eindeutigen Namen geben lassen, indem der Dateiname um die Angabe der Aufnahmezeit erweitert wird. Dies war bis zur Version 2.0.x (Twoflower) relativ einfach. Man brauchte nur für die einzelnen Zeitkomponenten (Jahr, Monat, Tag, Stunde, Minute und Sekunde) bestimmte Formatzeichen zu setzen. Einzelheiten dazu sind in der Zusammenstellung der möglichen Zeichen für einen Format-String beschrieben.


    Mit diesen Formatzeichen könnte zum Beispiel der Dateiname "D:\\VLC\\Aufnahmen\\Aufnahme_Das_Erste.ts" so geschrieben werden:


    D:\\VLC\\Aufnahmen\\Aufnahme_Das_Erste_%Y%m%d%H%M%S.ts


    Damit würde folgender Dateiname generiert werden:


    D:\VLC\Aufnahmen\Aufnahme_Das_Erste_20140630115804


    Da man wohl ausschließen kann, dass eine Sendung auf die Sekunde genau zu selben Zeit zweimal aufgenommen wird, sind die so generierten Dateinamen eindeutig.


    Wer sich an dieser großen Zahl stört und die darin versteckten Zeitangabe deutlich sichtbar machen will, kann dies über einige zusätzliche Zeichen erreichen. Hier ein Beispiel dazu:


    D:\\VLC\\Aufnahmen\\Aufnahme_Das_Erste_%Y_%m_%d_%H_%M_%S.ts


    Damit würde folgender Dateiname generiert werden:


    D:\VLC\Aufnahmen\Aufnahme_Das_Erste_2014_06_30_11_58_04


    Selbstverständlich könnte man die einzelnen Zeitkomponenten auch umstellen, so dass zum Beispiel das Jahr am Ende ausgegeben wird. Damit wäre aber eine Sortierung der aufgenommenen Sendungen nach der Aufnahmezeit nicht mehr möglich.


    Wichtig:


    So einfach, wie es hier beschrieben ist, war die Generierung eindeutiger Dateinamen allerdings nur bis zur letzten Twoflower-Version. Seit den Rincewind-Versionen, also seit der Version 2.1.0, muss auch noch der Parameter --sout-file-format gesetzt werden. Damit sieht zum Beispiel ein kompletter Parametersting, so wie er mit dem "aborangeScheduler" zu übergeben ist, so aus:


    --qt-start-minimized --sout-file-format --run-time=20 dvb-t://frequency=666000000 :program=32 --sout file/ts:K:\\VLC\\Aufnahmen\\Aufnahme_Das_Erste_%Y%m%d%H%M%S.ts vlc://quit


    Hier noch einmal der besseren Übersichtlichkeit auf zwei Zeilen gesplittet:


    Code
    1. --qt-start-minimized --sout-file-format --run-time=20 dvb-t://frequency=666000000 :program=32_
    2. --sout file/ts:K:\\VLC\\Aufnahmen\\Aufnahme_Das_Erste_%Y%m%d%H%M%S.ts vlc://quit


    Wichtig:

    • Der Unterstrich und die Zeilenschaltung im vorstehenden Code am Ende der ersten Zeile müssen durch ein Leerzeichen ersetzt werden.
    • Die Angabe des Parameters "--sout-file-format" für eine Twoflower-Version führt zu einem Fehler.
    • Zumindest unter Windows muss bei der Verwendung von Formatstrings in Batchdateien das Prozentzeichen jeweils zweimal gesetzt werden. Das sähe dann zum Beispiel so aus: D:\\VLC\\Aufnahmen\\Aufnahme_Das_Erste_%%Y_%%m_%%d_%%H_%M_%%S.ts