Unterschiedliche Konfigurtionsdateien verwenden

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    Wie kann man den VLC mit


    unterschiedlichen Konfigurationen verwenden?


    Hin und wieder wäre es vorteilhaft, wenn man den VLC mit unterschiedlichen Konfigurations-Einstellungen verwenden könnte. Man will zum Beispiel etwas testen, probiert dies und jenes aus und stellt anschließend fest, dass man sich dabei die ursprünglich funktionierende Einstellung "zerschossen" hat.


    Eine solche Situation kann man natürlich verhindern, wenn man sich vor dem Testen von der Konfigurationsdatei vlcrc eine Sicherungskopie gemacht hat, die man jetzt wieder aktiviert.


    Noch einfacher wäre es aber, wenn wir den VLC einmal als Testversion und einmal in unserer Standardeinstellung starten könnten.


    Es muss aber nicht gerade eine Testversion sein, die wir haben möchten. Es gibt auch andere Situationen, bei denen es vorteilhaft wäre, wenn man den VLC mit unterschiedlichen Voreinstellungen starten könnte. Deshalb soll hier eine Möglichkeit beschrieben werden, wie dies für beliebig viele Konfigurationsvarianten über einen Aufrufparameter realisiert werden kann.



    Vorüberlegung


    Wie bereits erwähnt, soll für die Realisierung unseres Zieles ein Aufrufparameter verwendet werden. Aufrufparameter sind nichts anderes, als Informationen für das aufgerufene Programm, genauer gesagt, für die aufgerufene Instanz eines Programms. Sie müssen einem bestimmten Format, man kann auch sagen, einer Syntax, entsprechen.


    VLC stellt eine extrem große Anzahl an solchen Aufrufparametern zur Verfügung. Einer davon ermöglicht, VLC mitzuteilen, welche Konfigurationsdatei verwendet werden soll. Hier eine Auszug dazu aus der VLC-Hilfe:

    ____
    --config=<Text> Alternative Einstellungsdatei benutzen

    Der Parameter config muss noch durch einen Text ergänzt werden. Die zwei vorangestellte Bindestriche bedeuten, dass es sich um eine globale Option handelt, die für die gesamte Laufzeit des Programms aktiviert ist.


    "Alternative Einstellungsdatei benutzen" gehört nicht zum Parameter, damit wird dieser nur beschrieben. Das kann nur bedeuten, dass als Text eine alternative Konfigurationsdatei benannt werden muss und zwar mit ihrem vollständigen Pfad.


    Man könnte hier jeden beliebigen vollständigen Pfad (Pfad im engeren Sinne plus Dateiname) für eine Konfigurationsdatei angeben. Wir sollten hier aber den selben Ort verwenden, in dem der VLC seine Konfigurationsdatei erwartet. Das ist in der Regel im Verzeichnis C:\User\UserName\AppData\Roaming\vlc.


    Die defaultmäßig von VLC verwendete Konfigurationsdatei hat die Bezeichnung vlcrc. Eine Konfigurationsdatei, die nur Testzwecken dienen soll, könnten wir also zum Beispiel als vlcrc_Test benennen. Diese Datei muss nicht existieren. Existiert sie, wird sie natürlich verwendet, andernfalls wird sie mit den Defaulteinstellungen neu angelegt.


    Wir haben also die Wahl, unsere Tests mit den Defaulteinstellungen, oder, wenn wir die aktuelle vlcrc kopieren und entsprechend umbenennen, mit den aktuellen Einstellungen auszuführen.



    Realisierung


    Als erstes legen wir für jede zusätzliche Aufrufvariante auf dem Desktop eine Verknüpfung an und benennen sie entsprechend dem vorgesehenen Verwendungszweck. Da wir vermutlich bereits auf dem Desktop eine Verknüpfung für den Aufruf des VLC haben, können wir weitere Verknüpfungen einfach durch Kopieren anlegen.


    Jede dieser Verknüpfungen verhält sich nun gleich, der VLC wird mit den aktuellen Einstellungen, die in der Konfigurationsdatei vlcrc gespeichert sind, gestartet.


    Um das zu ändern, öffnen wir in einem zweiten Schritt den Eigenschaftsdialog einer zusätzlichen Verknüpfungen. Dazu wird die Verknüpfung mit der rechten Maustaste angeklickt und im sich öffnenden Kontextmenü die Option Eigenschaften ausgewählt und damit der Dialog "Eigenschaften von vlc" geöffnet.


    Hier sehen wir im Registerblatt "Verknüpfung" im oberen Teil das Texteingabefeld für das Ziel. Abhängig vom jeweiligen Betriebssystem könnte die komplette Zeile mit diesem Tesxtfeld so aussehen:


    ______Ziel:______"C:\Program Files (x86)\VideoLAN\VLC\vlc.exe"


    Der Text im Textfeld ist der vollständige Pfad für das ausführbare Programm des VLC in der Version für 32 Bit unter Windows 7. Ihm müssen wir nun den Parameter hinzufügen, der für die aufgerufene Instanz des VLC angibt, welche Konfigurationsdatei zu verwenden ist. Er könnte so aussehen:


    _--config="C:\User\UserName\AppData\Roaming\vlc\vlcrc_Test"


    Selbstverständlich muss "UserName" durch den Namen des Benutzers ersetzt werden. Nach dem Hinzufügen dieses Parameters sähe der Text im Eingabefeld für das Ziel so aus:


    "C:\Program Files (x86)\VideoLAN\VLC\vlc.exe" --config="C:\User\UserName\AppData\Roaming\vlc\vlcrc_Test"


    Wir können jetzt den Eigenschaften-Dialog von vlc schließen und wenn wir alles richtig gemacht haben wird beim nächsten Start des VLC über die eben modifizierte Verknüpfung nicht die vlcrc, sondern die vlcrc_Test als Konfigurationsdatei verwendet.


    Wichtig: Wird der VLC durch einen Doppelklick auf eine Datei gestartet, die mit dem VLC verknüpft ist, wird natürlich immer der VLC mit der Standard-Konfiguration aufgerufen.



    Weiterführende Hinweise:


    1. Wo soll der VLC ausgeführt werden


    Wenn wir schon einmal an den Einstellungen des Links für den Aufruf des VLC "basteln", dann sollte man in diesem Zusammenhang eine weitere vorteilhafte Einstellung verändern:


    Im Eigenschaften-Dialog unseres Links steht unterhalb der Zieleingabe der Ort, in dem der VLC ausgeführt werden soll. Das ist standardmäßig der Ort, in dem die vlc.exe "zu Hause" ist, also im Programmordner.


    Leider verwendet der VLC nun genau diesen Ort, wenn man zum Beispiel ein Speicherziel angeben will. Man darf sich dann mehr oder weniger mühsam vom Programmordner des VLC zu dem Zielordner, den wir gerne möchten, "durchhangeln".


    Wenn wir aber unter "Ausführen in:" den Ordner eintragen, unter dem sich unsere VLV-Ordner, wie Playliste, Aufnahmen usw. befinden, dann ersparen wir uns damit einige "Navigationsarbeit".



    2 . Wie bekommt man Information zu den Kommandozeilen-Optionen


    Wer sich dafür interessiert, wie man alle Einstellmöglichkeiten, bzw. Kommandozeilenoptionen für die aktuelle Version des VLC bekommt, kann diese kleine Script-Datei dafür verwenden. Nach dem Download muss die Dateiendung ".txt" entfernt werden. Durch einen Doppelklick kann sie gestartet und damit ausgeführt werden.


    Über sie wird im aktuellen Verzeichnis eine Textdatei vlc-help.txt mit Informationen ausgegeben. Sie ist mit jedem Texteditor zu bearbeiten. Vor einer Anwendung muss in jedem Fall der Pfad für die ausführbare vlc.exe den eigenen Verhältnissen angepasst werden.


    Alle Zeilen, denen ein "rem" vorangestellt ist, sind Kommentarzeilen. Durch Umkommentieren ("rem" setzen oder entfernen") können verschiedene Infos zu den Kommandozeilen-Optionen ausgegeben werden.


    Zu beachten ist auch, dass jeder Aufruf, unabhängig von der dateiinternen Einstellung und den gelieferten Informationen immer eine Textdatei vlc-help.txt erzeugt und damit eine gleichnamige Datei überschreibt.