Streamen von Audio mit VLC zur Stereoanlage

  • Hallo,


    ich möchte unter Windows mit VLC, Audioinhalte zu einer Sony Stereoanlage streamen. Die Anlage beherrscht Airplay und ist zudem DNLA zertifiziert.


    Bisher ist mir das Streamen von Audio zur Stereoanlage nur mit einer entsprechenden Android App (AirAudio) gelungen.


    Beim starten der App wird die Stereoanlage im Heimnetz gefunden, die zwei verfügbaren Modi der Anlage (Airplay und DNLA) erkannt und wahlweise zur Auswahl gestellt. Wählt man nun in der App DNLA oder Airplay aus schaltet die Anlage in die entsprechende Betriebsart und spielt den Audio-Stream der App ab. Bei DNLA meldet die Anlage zudem, dass es sich um einen PCM Stream handelt. Wir wissen daher, dass das streamen im PCM Format auf alle Fälle funktioniert.


    Nun zu VLC.


    Ich verstehe, dass man mit VLC unter den entsprechenden Menüpunkten usw. ins Heimnetz bzw. an eine spezifische IP-Adresse streamen kann. Das Problem ist aber, dass die Stereoanlage nicht darauf reagiert. Was eben bedeutet, dass irgendwas fehlt. (Ich habe schon alle Protokolle Http, Udp, Rtp usw. durchprobiert und auch mal die Windows Firewall deaktivert alles ohne Erfolg.)


    Die Frage ist was braucht die Sony Anlage um zu erkennen, dass da ein Stream von VLC für sie angeboten wird? Kann es etwa sein, dass man bei VLC einen bestimmten Pfad zur IP angeben muss, den die Anlage "abhört" oder wie funktionert es? (Ich meine die Android App schafft es ja auch die Anlage anzusprechen.)


    Das ist alles so frusttreibend.


    Viele Grüße


       

  • Hallo DNLASTREA,


    versuche mal die Informationen zu bündeln.

    Den Beitrag habe ich in das passende Unterforum verschoben.


    Füge zu der "AirAudio" Android-App mal zwei Links hinzu.

    - https://play.google.com/store/…ails?id=eu.airaudio&hl=de

    - https://www.airaudio.eu/#home


    Aus den Informationen im Google Playstore ist zu entnehmen, dass die App in der Demo-Version nach 5 Minuten zusätzliche Piep-Geräusche in die Audioübertragung hinzufügt und mit Erwerb einer Pro-Lizenz für 3,99 Euro diese Störgeräusche sich entfernen lassen.

    Liegt wohl am hohen Entwicklungsaufwand der App, wo z.B. "Apple AirPlay" und "DLNA" implementiert sind.


    Im VLC-Player ist kein DLNA-Server implementiert.

    Er ist aber in der Lage, als UPnP-Client Medieninhalte aus einem lokalen Netzwerk wiederzugeben oder im lokalen Netzwerk Medieninhalte zu streamen.


    Man findet im Changelog die jeweiligen Änderungen zwischen den Versionen des VLC-Players.

    - https://www.videolan.org/developers/vlc-branch/NEWS

    Hier kann man nach dem Begriff UPnP suchen und die Informationen sich anzeigen lassen.


    Bezüglich der Wiedergabe von Streams mit der Sony-Anlage muss man sich die Informationen des Herstellers mal ansehen.


    Hier im Forum gibt es mehrere Beiträge zur Thematik.

    - UPNP - PanasonicTV (Probleme mit VLC-Player als UPnP-Client)


    - Wie streame ich mit VLC zum Samsung TV?

    Im zweiten Beitrag wird als Lösung die im Windows 10 Betriebssystem enthaltene Funktion zur Wiedergabe von Medieninhalten aus dem Dateiexplorer empfohlen. Diese Wiedergabe basiert auf einen UPnP-Server mit dem Windows Media-Player im Betriebssystem.


    Wie man einen DLNA-Server unter Windows 10 einrichtet ist im folgenden Link beschrieben.

    - https://www.giga.de/downloads/…rver-einrichten-so-gehts/



    MfG

    Thomas

  • Das Problem mit der AirAudio App sind weniger die 3,99€ sondern viel mehr, dass das Smartphone gerootet sein muss, damit die App auf die Audiodaten anderer Anwendungen im Androidsystem zugreifen kann. AirAudio hat keinen eigenen Player o.ä. und kann ohne Root-Rechte nur das Mikrofon ausgeben. Das hat gut funktioniert.


    Eigentlich ist es Aufgabe der Hersteller - hier Sony - entsprechende Lösungen für ihre Technik anzubieten aber Sony scheint sich den Aufwand sparen zu wollen.


    Bezüglich der Wiedergabe von Streams mit der Sony-Anlage muss man sich die Informationen des Herstellers mal ansehen.


    Das ist garnicht so einfach. Ursprünglich wurde die Anlage mit allerlei "Standards" und Fähigkeiten beworben. Über die Zeit ist man bei den Features zurückgerudert und auf der aktuellen Bedienungsanleitung im Internet fallen nur noch die Begriffe DNLA, Airplay und das eigene "Party Streaming"-


    Ofiziell wird man hier also wenig finden.


    Wie ich gerade sehe, taucht die Anlage im Freigabecenter unter Medianstreamingoptionen als Gerät auf. Ist das ein Zeichen für UPnP? Die Anlage war blockiert, das habe ich jetzt geändert. Mal sehen ob das irgendwas an der Situation ändert.


    Im VLC-Player ist kein DLNA-Server implementiert.


    VLC sollte hier eine klar strukturierte Stellung beziehen was, wie machbar ist und was nicht. Die meisten Informationsquellen im Internet setzen bspw. die Streamingfunkionaliät der VLC Software konkret mit DNLA in Verbindung. Oder UPnP und DNLA fallen als synonyme Begriffe.


    VLC DLNA – So funktioniert das Einrichten (ComputerBild)


    VLC: DLNA- und UPnP-Streaming einrichten - so geht's (Chip)


    Und so weiter.


    Das meiste ist Gewäsch ohne den Gesamtzummmenhang zu vermitteln oder zu berücksichtigen. Man kann also Wochen damit verbringen Dinge und Anleitungen zu lesen ohne daraus klüger zu werden weil die entweder falsch oder zusammenhanglos sind.


    Wie man einen DLNA-Server unter Windows 10 einrichtet ist im folgenden Link beschrieben.


    Ich will aus verschiedenen Gründen keinen klassischen Server einrichten. Das kann die Fritzbox ja auch. So unterstützt die Sony Anlage lediglich die Formate AAC, MP3 und PCM. Da meine Musik aber als Flac vorliegt müsste ich die langwierig und schwachsinnigerweise umständlich konvertieren.


    Die Transcodingoption des VLC kommt einem hier entgegen.


    Die Auswahl der Musiktitel iüber die Anlage ist auch nur sehr umständlich möglich und eine spartanische Sony App hat schon seit Jahren kein Update erhalten und funtioniert daher nicht richtig.


    VLC ist aber in der Lage, als UPnP-Client Medieninhalte aus einem lokalen Netzwerk wiederzugeben oder im lokalen Netzwerk Medieninhalte zu streamen.


    Gut. Wie verhalten sich UPnP fähige Geräte wenn ein UPnP Stream von VLC ins Netz gesendet wird? Erkennen die Geräte die "Sendung" und schalten dann auf den Stream? Oder muss der Stream als eine Art "Internetradio" erst manuell geöffnet werden?


    Habe da keine Erfahrungswerte.

  • Hallo DLNASTREAM,


    die beiden von dir verlinkten Medieninformationen ("ComputerBild" und "Chip") beschreieben die Funktion des VLC-Players als UPnP-Client zur Wiedergabe von Medieninhalten aus dem lokalen Netzwerk.

    Finde die Vorgehensweise in beiden Artikeln mit dem Begriff "Streaming einrichten" ist unglücklich formuliert.


    Inwieweit die Stream-Funktion im VLC-Player per UDP-Legacy und dem Port :1234 von UPnP-Geräten im lokalen Netzwerk genutzt werden kann, weiß ich nicht. Hier muss man wohl individuell ausprobieren. Da aber im VLC-Player meines Wissens bislang kein UPnP-Server implementiert ist, wird hier kein zuverlässiges Ergebnis erreicht werden.


    Das Verhalten der UPnP-fähigen Geräte muss man testen. Die Frage ist, wie erkennen diese Geräte (Sony-Anlage...), dass ein UPnP-Stream vorhanden ist. Es fehlt ja die Information eines UPnP-Servers im VLC-Player, der im lokalen Netzwerk die UPnP-Inhalte anbietet.


    Vom Heise-Verlag gibt es zum Thema UPnP detaillierte Informationen.

    - https://www.heise.de/ct/artike…n-und-steuern-221520.html


    Zum Thema UPnP-Renderer gibt es auch einen Beitrag im englischsprachigem Forum.

    - UPnP/DLNA renderer?


    Möglicherweise kann die Version 4.x des VLC-Players besser mit UPnP als Client umgehen.

    Die Version 4.x ist momentan als Nightly-Testversion verfügbar.

    - https://nightlies.videolan.org/build/win64/


    Beim öffnen von Internetstreams sind die typischen Internet-Geräte immer auf IP-Adressen aus dem öffentlichen IP-Adressbereich begrenzt.

    Also IP-Adressen aus dem privaten IP-Adressbereich werden geblockt bzw. nicht abgefragt.


    MfG

    Thomas

  • die beiden von dir verlinkten Medieninformationen ("ComputerBild" und "Chip") beschreieben die Funktion des VLC-Players als UPnP-Client zur Wiedergabe von Medieninhalten aus dem lokalen Netzwerk.

    Finde die Vorgehensweise in beiden Artikeln mit dem Begriff "Streaming einrichten" ist unglücklich formuliert.


    Beide Artikel beschreiben zunächst die Wiedergabe eines Audiostreams im Netzwerk mit VLC als Client und in der Folge Erzeugung und Sendung eines Streams in das Netzwerk und damit verbunden die Audioausgabe durch entsprechende Geräte mit Hilfe der VLC Streamingfunktion.


    Das geht nach dem selben Prinzip genau so weiter. Beispielsweise in Bezug auf Airplay.


    AirPlay und VLC


    Ansich stellt sich das für mich schon schlüßig dar. Ich finde auch Begriff "Streaming" in diesem Zusammenhang passend, Der Begriff Streaming stammt aus den 90er Jahren als man begann laufende Programme (Radio und später TV) durch das Internet zu "streamen" - auf Deutsch fließen zu lassen.


    Im Gegensatz dazu ist das Abrufen von Mediendateien aus einem Speicher kein Streaming. Eher ein Download. Wird aber erstaunlicherweise immer wieder als streaming bezeichnet.


    So neben bei, wird es sogar noch besser. Linux soll einen Treiber haben (pulsaudio-dnla) welcher als eine Art virtuelle Soundkarte die Audioausgabe des Systems an "DNLA" Geräte streamt.


    Pulseaudio-DLNA


    Auf GitHub steht dazu geschriegen:


    This is pulseaudio-dlna. A lightweight streaming server which brings DLNA / UPNP and Chromecast support to PulseAudio and Linux. It can stream your current PulseAudio playback to different UPNP devices (UPNP Media Renderers) or Chromecasts in your network. Its main goals are: easy to use, no configuration hassle, no big dependencies. UPNP renderers in your network will show up as pulseaudio sinks.





    Da aber im VLC-Player meines Wissens bislang kein UPnP-Server implementiert ist, wird hier kein zuverlässiges Ergebnis erreicht werden.


    Ab dem Augenblick wo VLC einen Stream erzeugt und ins Netz sendet fungiert VLC durchaus als Server - wenn auch nicht unbedigt ein vollwertiger weil nur in eine Kommunikationsrichtung.


    Im einfachsten Fall und wenn nicht irgendwelche Mechanismen es verhindern, stelle ich mir das so vor:


    VLC sendet einen Stream an eine bestimmte IP und einen bestimmten Port und das Gerät mit der jeweiligen IP lauscht regelmäßig am entsprechenden Port ob Daten eingehen. Gehen Daten ein, beginnt es mit der Verarbeitung der Daten und in unserem Fall Wiedergabe des Audio.


    Dazu braucht es kein Plug n Play. Die Funktion des Plug n Play übernehme ich, in dem ich VLC anweise bestimmte Audiodaten, an eine bestimmte IP und Gerät, an einen bestimmten Port , mit einem bestimmten Protokoll, in einem bestimmten Format zu senden.


    Plug n Play bräuchte man wenn Oma Siglinde einen runden Knopf drückt und der Schlager im ganzen digitalisierten Haus ertönen soll. Im Falle von pilsaudio-dnla ermöglicht UPnP die komfortable Auflistung aller entsprechenden Geräte im Netz.


    Vom Heise-Verlag gibt es zum Thema UPnP detaillierte Informationen.

    - https://www.heise.de/ct/artike…n-und-steuern-221520.html


    Ich habe das überflogen. Das ist ja alles schön und gut. Wie schon mit Tante Siglinde angedeutet ist UPnP schon etwas größeres. Wir brauchen das hier nicht.


    Die wesentliche Fragen sind ob und an welchen Ports die Geräte lauschen, das Format, das Protokol und ob die Standards welche auch immer das sein mögen das zulassen oder nicht. Denkbar wären diverse Mechanismen welche die Sache verkomplizieren.

  • Hallo DLNASTREAM,


    Danke für die Informationen und lesenswerten Links.


    1) Man könnte also mit dem VLC-Player unter einem MacOS-Computer mal einen AirPlay-Test nach den Informationen im Link (https://www.airplay-info.de/airplay-und-vlc/) durchführen.

    Dazu in den erweiterten Einstellungen über die Schaltfläche [Alle einblenden] in der Streamausgabe für "Standard-Streamausgabe-Kette" den Text #duplicate{dst="transcode{acodec=alac,channels=2,samplerate=44100}:raop{host=<IP Adresse des Empfängers> ,volume=175}"} eintragen.

    Im konkreten Beispiel müsste man die IP-Adresse der Sony-Anlage unter host=... eintragen.


    Unter Windows-Betriebssystem wird diese Lösung nicht funktionieren, da das "AirPlay"-Protokoll (raop) nur unter MacOS genutzt werden kann.

    - https://nto.github.io/AirPlay.html

    Ebenso wird der "Apple Lossless Audio Codec" (alac) auch nur unter Apple-Geräten nutzbar sein, den der VLC-Player für die Wiedergabe unterstützt.

    Siehe Feature-Liste: - https://wiki.videolan.org/VLC_Features_Formats/



    2) Mit "pulseaudio" wird unter Linux eine einfache und interessante Lösung für die Zuspielung von Medieninhalten an DLNA-Clients möglich.

    Die Lösung kannte ich bislang nicht.

    Im folgenden Link sind einige getestete Geräte aufgeführt.

    - https://github.com/masmu/pulse…lna/blob/master/README.md


    Von Sony sind folgende Geräte gelistet, die unter bestimmten Bedingungen (z.B. "CLI-Flag" --fake-http-content-length) Dateiformate unterstützen.

    - SRS-X77 (*.mp3

    - SRS-X88 (*.mp3)

    - SRS-ZR5 (*.mp3,*.wav, *.flac, *.aac) und

    - STR-DN1050 (AV Receiver mit unbekannter Dateiformat-Unterstützung)


    3) Unter Windows-Betriebssystemen ist ein anderer Funktionsumfang des VLC-Players nutzbar, den man aus der Kommandozeilen-Hilfe ablesen kann.

    - https://wiki.videolan.org/VLC_command-line_help/


    In der Benutzeroberfläche des VLC-Players kann man eigene Streams Schritt für Schritt erstellen und ausprobieren.

    Beispielsweise Menü / Medien / Stream z.B. eine *.mp3 Audiodatei [Hinzufügen...] und weiter mit [Stream] anklicken.

    Über die Schaltfläche [Nächstes] wird [UDP (legacy)] ausgewählt und mit [Hinzufügen] vorbereitet.

    Anschliessend gibt man die IP-Adresse ein (meist Multicast 224.0.0.0 bis 239.255.255.255).

    An dieser Stelle auch mal die IP-Adresse der Sony-Anlage ausprobieren.


    Im Dialogfenster kann man kleine Änderungen am Ausgabe-String (:sout=...) vornehmen.

    Hier könnte man z.B. die Datenrate ab=... oder die IP-Adresse verändern.

    Siehe Bildschirmfoto ""VLC308-UDP-Server.png"


    In einer zweiten Instanz kann man den Stream auf dem gleichen PC mit der Netzwerkadresse udp://@224.1.1.1:1234 wiedergeben.

    Siehe Bildschirmausdruck "VLC308-UDP-Wiedergabe.png"


    Ein UPnP-Gerät sendet per "http" auf der Multicastadresse 239.255.255.250 und dem Port :1900, dass es im Netz arbeitet. Probiere auch mal "UDP legacy" die Multicastadresse 239.155.255.250 mit dem Port :1900 aus.

    Auf dem Client (2. VLC-Instanz) dann die Adresse udp://@239.255.255.250:1900 für die Wiedergabe eingeben.


    Füge im Anhang mal ein Script für die 64-Bit Installation des VLC-Players zum testen hinzu, dass die Vorgaben einbezieht.

    Die Dateiendung *.txt nach dem herunterladen bitte entfernen.


    MfG

    Thomas