Protokollieren mit dem VLC

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    Wie kann man mit dem VLC protokollieren?



    Vorbemerkung:


    Es kommt immer wieder vor, dass etwas nicht so funktioniert, wie man es eigentlich erwartet. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, wenn der VLC über die einzelnen von ihm ausgeführten Arbeitsschritte "Buch führt", also ein Protokoll erstellt. Der VLC bietet sogar zwei Möglichkeiten der Protokollierung, die hier beschrieben werden sollen:



    1. Protokollieren über das Interface "Dateiprotokoll":


    Diese Art der Protokollierung hat den Vorteil, dass das Protokoll automatisch gespeichert wird. Man bekommt also auch dann ein Protokoll, falls der VLC "abstürzen" sollte, wenn er also wegen eines unvorhergesehenes Ereignis beendet wird.


    Bevor der VLC über das Interface "Dateiprotokoll" Protokoll führen soll, sind folgende Einstellungen zu treffen:

    • Über Menü - Werkzeuge - Einstellungen - Alle - Erweitert - Protokollierung die Ansicht "Dateiprotokollierung" öffnen und dort
    • unter Protokoll-Dateiname einen Dateinamen (einschließlich Pfad) eintragen,
    • Protokoll-Format festlegen "Text" (Standardeinstellung) oder "HTML" und
    • Qualität des Protkolls festlegen, zum Beispiel "0" (nur Fehler), "1" (Warnungen) oder "2" (Debugging).
      Für die Fehlersuche wird die Einstellung "2" empfohlen. Damit werden alle Aktionen im Protokoll erfasst.
    • Dateiprotokollierung über Schaltfläche "Speichern" schließen.
    • VLC beenden und neu starten, damit die Einstellungen übernommen werden.

    Um die Protokollführung zu aktivieren, muss über Menü - Ansicht - Interface hinzufügen die Option Fehlerdiagnoseprotokollierung selektiert werden. Damit gibt der VLC seine Arbeitsschritte entsprechend der Qualitätseinstellung in die vorgegebene Datei aus.


    Existiert diese Datei nicht, wird sie erstellt. Andernfalls wird ihr Inhalt nicht überschrieben, sondern das Protokoll an den bestehenden Inhalt angehängt. Wenn man also öfters die Protokollführung verwendet, muss man entweder diese Datei hin und wieder löschen oder Umbenennen oder zumindest nicht mehr benötigte Protokolldaten aus dieser Datei löschen. Andernfalls würde man das System nur durch eine riesige und vor allem extrem unübersichtliche Datei belasten.


    Hinweis:
    Beim Protokoll-Format "Text" werden die Zeichen im UTF-8(B)-Format geschrieben, und nicht von allen Editoren korrekt dargestellt. In solchen Fällen ist es empfehlenswert, sich für das HTML-Format zu entscheiden.



    2. Protokollieren über den Meldungen-Dialog:


    Die Protokollierung über den Meldungen-Dialog bietet sich vor allem an, wenn man das Verhalten des VLC für einzelne Aktionen genauer untersuchen will. Sie braucht auch nicht erst extra initialisiert zu werden, es genügt dafür, den Meldungen-Dialog zu öffnen.


    Über Menü - Werkzeuge - Meldungen oder schneller über die Kurztaste Strg+M gelangt man zum Dialog "Meldungen". Dieser Dialog hat die beiden Register "Meldungen" und "Modulbaum". Für uns ist nur das erste von Bedeutung.


    Beim ersten Aufruf dieses Dialoges ist das Register Meldungen noch leer. Mit einem Aufruf dieses Dialoges wird jedoch das Protokoll-Modul aktiviert und damit beginnen die Aufzeichnungen entsprechend dem eingestellten Verbose-Level und zwar unabhängig davon, ob der Meldungen-Dialog geöffnet ist oder nicht.


    Bei einem eingestellten Verbose-Level "0" könnte das Dialogfenster nach dem Auftreten eines Fehlers zum Beispiel so aussehen:


    386-Meldungen-01-png



    Im unteren Bereich des Meldungen-Dialoges sehen wir folgende Einstellmöglichkeiten:

    • Der Verbose-Level, er ist hier auf "0 (Fehler)" gestellt. Das ist die Voreinstellung nach jedem Start des VLC. Es werden also nur aufgetretene Fehler protokolliert. Treten keine Fehler auf, wird auch nichts angezeigt. Man kann aber auch einen anderen Verbose-Level einstellen. Es stehen noch die Levels "1 (Warnungen)" und "2 (debuggen) zur Auswahl. Für die Ursachensuche bei Problemen sollte grundsätzlich der Level 2 (debuggen) eingestellt werden.



    • Im Texteingabefeld Filter kann ein Filter gesetzt werden. Damit werden nur solche Zeilen angezeigt, welche den in der Filterzeile eingegebenen Text enthalten. Es ist möglich, für ein erstelltes Protokoll verschiedene Filter zu setzen, allerdings nicht gleichzeitig. Man muss jedes Mal den zu filternden Text neu in die leere Zeile eingeben.
      Entfernt man den Eintrag aus der Filterzeile, wird wieder das komplette Protokoll angezeigt.



    • Es folgt die Schaltfläche Speichern als.... Über sie kann das Protokoll im Text-Format abgespeichert werden.



    • Die Schaltfläche Löschen ermöglicht, das aktuell in der Anzeige befindliche Protokoll zu löschen. Das kann vorteilhaft sein, wenn man für einen neuen Versuch das Protokoll nicht mit "alten" Daten belasten will.
      Unter Rincewind ist dies Schaltfläche weggefallen. Ihre Aufgabe wurde von einem roten X in der rechten oberen Ecke übernommen.

    Für ein Protokollieren über den Meldungen-Dialog braucht die zu protokollierende Aktion bei geöffnetem Dialog nur zu gestartet und das Ergebnis nach Beendigung der Aktion gespeichert werden.


    Wie wir sehen, ist die Protokollierung über den Meldungen-Dialog sehr flexibel und relativ einfach zu handhaben, hat jedoch den Nachteil, dass bei einem schwerwiegenden Fehler, der zu einem Programmabsturz fehlt, die Protokollierung dazu für uns nicht mehr einzusehen ist, da sie nicht automatisch gespeichert wird.



    3. Protokollieren bei einem Aufruf des VLC über die Kommandozeile:


    Um die Protokollierung bereits ab dem Programmaufruf zu aktivieren, kann man den VLC über die Kommandozeile oder eine Batchdatei starten.


    Dies wird erreicht, indem über die Option extraintf das Interfacemodul logger aktiviert und mit logfile die Datei angegeben wird, in die das Logging ausgegeben werden soll.


    Hier ein Beispiel, wie ein Aufrufstring damit aussehen könnte:


    Code
    1. @ECHO OFF
    2. "C:\Program Files\VideoLAN\VLC\vlc.exe" --extraintf=logger --verbose=2 --logfile=D:\VLC\Einstellungen\vlc_208.log --logmode=text --file-logging


    Damit wird nur der VLC aufgerufen und die Protokollierung gestartet. Selbstverständlich kann dieser Aufruf erweitert werden, zum Beispiel durch die Angabe eines wiederzugebenden Audio- oder Videoobjektes.


    Weitere Einstellmöglichkeiten für das logger-Modul:

    • logmode mit der Angabe text oder html für das Ausgabeformat (siehe Hinweis zu Abschnitt 1) und
    • log-verbose mit der Angabe 0, 1 oder 2 für die Genauigkeit (0=Fehler, 1=Warnungen, 2=Debugging).

    Die Logdatei wird bei einem erneuten Aufruf nicht überschrieben. Die neuen Logdaten werden einfach angehängt. Will man das nicht, muss man entweder den Inhalt oder die Logdatei selbst vor einem neuen Aufruf löschen.



    4. Protokollieren bei einem Aufruf des VLC über die internen Einstellungen des VLC:


    Soll die Protokollierung bereits ab dem Programmaufruf aktiviert sein, kann man dies auch über die internen, erweiterten Einstellungen erreichen.


    Folgende drei Schritte müssen dafür vorgenommen werden:

    1. Im Menü / Werkzeuge / Einstellungen - Alle / Interface die Option Protokoll in Datei schreiben aktivieren und
    2. im Menü / Werkzeuge / Einstellungen - Alle / Erweitert / Protokollierung den Namen der Protokoll-Datei, das Protokoll-Format (Bsp. txt oder html) und die Qualität des Protokolls (Genauigkeit, wie log-verbose: 0, 1 oder 2) festlegen.
    3. Einstellungsdialog über Schaltfläche [Speichern] schließen.

    Beim nächsten Neustart wird neben dem VLC-Fenster das Konsolenfenster vom Logger-Interface angezeigt. Gleichzeitig werden von Anfang an alle relevanten Ereignisse in die angegebene Log-Datei geschrieben.


    Auch mit dieser Vorgehensweise wird die Logdatei bei einem erneuten Aufruf nicht überschrieben. Die neuen Logdaten werden einfach angehängt.